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Günter Wallraff gegen Timo Boll

Ein Freundschaftsspiel zwischen Tischtennisfan Günter Wallraff und Europameister Timo Boll in der JVA in Köln sorgte für große Begeisterung bei den Gefangenen. Ein Gespräch mit Wallraff.

Auszüge aus dem Spiel können Sie auch im Video sehen.

Bei der Begegnung, die vom ZEITmagazin LEBEN veranstaltet worden war, traten Boll und Wallraff im Gefängnis gegen die Tischtennismannschaften der JVAs Köln und Aachen an  und schließlich auch gegeneinander.

Warum er ausgerechnet im Gefängnis spielen wollte und wie er den Nachmittag erlebt hat, erzählt Günter Wallraff im Gespräch mit ZEIT online .

ZEIT online: Für Sie war von Anfang an klar, dass das Match gegen Timo Boll in der Justizvollzugsanstalt in Köln stattfinden sollte. Warum?

Günter Wallraff: Wir veranstalten seit mehr als zehn Jahren Turniere in der JVA Köln und der JVA Aachen, bei denen Freie gegen Gefangene spielen. Die „Knastmannschaften“ haben hochkarätige Spieler, die viel Ehrgeiz besitzen. Daher fand ich es nur folgerichtig, diese Tradition mit Timo Boll fortzuführen.

ZEIT online: Wie haben die Gefangenen darauf reagiert, dass sie gegen den amtierenden Europameister spielen?

Wallraff: Sie waren absolut begeistert und ich denke, dieses Gefühl hält auch noch ein bisschen an. Für viele ist es wichtig zu sehen, dass sie nicht aus der Gesellschaft ausgestoßen sind. Und dass es Leute gibt, die ihnen mit einem Vertrauensvorschuss begegnen. Manchmal kommen über den Sport auch Kontakte zustande, die sich in der Freiheit dann fortsetzen.

ZEIT online: Wie es bei Ihnen der Fall ist.

Wallraff: Einen meiner Freunde habe ich im Gefängnis kennengelernt. Jetzt ist er in Freiheit und wir spielen regelmäßig gegeneinander.
Man sieht es den Menschen ja nicht an, warum sie im Gefängnis sind. Das ist auch erst mal kein Thema. Ist man dann häufiger dort, kann es sich aber ergeben, dass sich jemand anvertraut oder Rat sucht. Beim Tischtennis begegnet man sich auf einer sportlichen Ebene. Das sind Lockerungsübungen.

ZEIT online: Wie locker hat es denn Timo Boll genommen, als sich die Gefängnistore hinter ihm geschlossen haben?

Wallraff: Natürlich ist es erst einmal gewöhnungsbedürftig, wenn man am Anfang seinen Ausweis abgeben muss und dann von einem Sicherheitstrakt in den nächsten geschleust wird. Aber ich habe Timo Boll als ganz bescheidenen, authentischen Menschen erlebt, der für jeglichen Starkult völlig unempfänglich ist.
Ein bisschen verunsichert war er aber vielleicht doch, immerhin habe ich sechs Punkte gegen ihn gemacht (lacht).

ZEIT online: Steht noch eine Revanche aus?

Wallraff: Der Nachmittag hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht. Ich finde, das sollte man fortsetzen. Timo Boll hat mir schon gesagt, dass er demnächst gerne wieder in einer JVA spielen möchte.

Die Fragen stellte Carolin Ströbele

Quelle: DIE ZEIT

Website von Günter Wallraff

Website von Timo Boll

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Henry Miller gegen nackte Frau

Henry Miller gehört als begeisterter Tischtennisspieler auch hierher.

„…habe versucht rauszufinden, wer die Frau auf dem Foto ist…das einzige, was ich dazu gefunden habe, ist ein Interview mit Hildegard Knef: http://bit.ly/q1jul
Knef: Was heisst denn «zur Ruhe setzen»? Das ist doch so ein Beamtendenken. Was bleibt dann noch? Dann verfällt doch wirklich alles inklusive der paar grauen Zellen, die mir da oben noch geblieben sind. Sehen Sie, mein Freund Henry Miller hat mich noch mit 72 Jahren mit einer Gauloise im Mund derart deutlich im Tischtennis geschlagen, dass ich heute noch weine.
…ist sie das vielleicht auf dem Foto?“ …Quelle

Henry Miller gegen Heinrich Maria Ledig-Rowohlt

Gegen Henry Miller stand auch der wendige Ledig-Rowohlt auf verlorenem Posten. Wenn sich im Foyer des Reinbeker Verlagshauses die beiden nicht mehr ganz jungen Herren an der Tischtennisplatte gegenüberstanden, war Miller in der Regel deutlich im Vorteil. «Ich spiele gleichmäßig, defensiv und kontemplativ.» Für Miller war Pingpong eine wahre Obsession, wie sonst vermutlich nur noch die weiblichen Reize an und für sich. Quelle

George Simenon über Henry Miller

In seinen „Intimen Memoiren“ (1981) berichtet George Simenon, wie er als Vorsitzender der Jury von Cannes 1960 dem „skandalösen“ Epos „La Dolce Vita“, auch gegen den Willen der Veranstalter und des Publikums, zum Sieg verhalf: dank der Stimme eines gleichgültigen Henry Miller, der lieber Tischtennis spielte, als sich die Beiträge anzusehen.“ Carissimo Simenon – Mon cher Fellini. Der Briefwechsel zwischen Federico Fellini und Georges Simenon“. Diogenes Verlag, Zürich. Rezension in Spiegel Online.